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Fräseinheit der MP11

News

Ein XXL-BAZ für präzise Mikrobearbeitung?


von Harald Klieber

Es ist die Maschine für den Werkzeug- und Formenbau. „Die neue HSC MP 11 setzt Maßstäbe im Segment der Hochgeschwindigkeitsfräsmaschinen im Highend-Bereich.“ So fasste es der neue Exeron-Geschäftsführer für Markt und Technik, Thomas Sjösten, auf der AMB zusammen. Vor allem natürlich die Größe der neuen, größten HSC-Fräsmaschine des Oberndorfer Werkzeugmaschinenherstellers würde schon auf ihren Einsatzbereich hindeuten. So können große oder mehrere Teile im Arbeitsraum oder auf einem Turm gespannt werden, die je nach Wunsch via Roboter oder einer Automatisierungseinheit durch die seitliche Beladeöffnung in den Arbeitsraum gebracht und auf dem Tisch platziert werden können. „Der Tisch der neuen HSC MP 11 ist mit rund einer Tonne beladbar. Darauf haben wir die dreiachsige Version, die MP 11/3 ausgelegt.“ Für die Bearbeitung würde dann auch richtig viel Platz zur Verfügung stehen. Der Arbeitsbereich sei mit 800x900x540 mm großzügig dimensionert, wie auch der Werkzeugaufspanntisch mit 850x1070 mm und der Abstand vom Tisch zur Spindelnase, der je nach Spindeltyp zwischen 706 und 720 mm liegt. „Und nicht zu unterschätzen ist dabei der ergonomische Aspekt. Denn trotz der Größe und Automatisierbarkeit hat der Bediener bei der MP11 einen einzigartigen Zugang zum Werkstück.“

Paket samt neuer Spindel und
Spindellängungssensorik

Dieser einzigartige Zugang für die Bediener wie auch der große Tisch-Spindelnase-Abstand, so Thomas Sjösten, würden sich auch nicht bei der 5-achsigen HSC MP 11 ändern. So könnten beispielsweise richtig lange Werkzeuge problemlos genutzt werden. „Ebenfalls gleich sind die Maschinen- und Spindelleistungen. Die 3- und 5-achsige MP 11 verfügen über Eilgänge von bis zu 100 m/min sowie über Spindeldrehzahlen von 36.000 bis 42.000 Umdrehungen pro Minute. Die Spindelleistung liegt bei 10 bzw. 24,8 kW im S1-Betrieb und 13 bzw. 33 kW im S6-Betrieb. Damit bleiben kaum noch Wünsche offen, zumal auch in der B- und C-Achse Drehgeschwindigkeiten bis 100 U/min verfügbar sind“, verspricht Thomas Sjösten. Empfehlenswert sei vor allem die neue Frässpindel HVC140 in öldichter Ausführung, die für bis zu 42.000 Umdrehungen sorgt. „Wir nennen diese Spindel ‚desert night‘, weil die Eigenschaften doch sehr stark an die Wüste erinnern: so trocken, aber auch so kalt wie die Wüste bei Nacht.“

Aktive Temperierung der gesamten Struktur

Weitere Präzisionsvorteile verspricht Thomas Sjösten durch das ganzheitliche Konzept zur aktiven Temperierung der gesamten Maschinenstruktur mit bis zu neun Kühlkreisläufen sowie mit einer innenliegenden. Spindellängungssensorik, die Kollisionskonturen verhindert und schmutzunempfindlich ist. Einheitlich bei den 3- und 5-Achs-Modellen sei auch die Heidenhain-TNC-640-HSCI-Steuerung verbaut. In Verbindung mit dem durchgängig digitalen Aufbau, der Antriebsregelung und wartungsfreien Linearachsen sind damit, so Thomas Sjösten, höchste Bearbeitungsgeschwindigkeiten bei maximaler Konturgenauigkeit realisierbar.

Großer Freiheitsgrad, Laservermessung,
Doppelgreifer

Die Standard-Werkzeugmagazine für HSK63, 50 und HSK 40-E fassen 154, 189 oder 210 Plätze. Bei der Tragkraft des Tisches unterscheiden sich die 3- und 5-Achs-Maschine aber deutlich: Für die 5-Achs-Maschine empfiehlt Exeron eine Beladung von maximal 350 kg. „Mehr wie 350 kg würden keinen Sinn machen, da das Werkstückgewicht eben einen hohen Einfluss auf die Dynamik der Maschine hat. Denn für 95% unserer Kunden spielt die Dynamik eine sehr große Rolle und die 350 kg sind für diesen Kundenkreis mehr als ausreichend – und die Dynamik ein entscheidendes Kaufkriterium.“

Als weiteres Highlight neben der Dynamik der 5-Achsmaschine nennt Thomas Sjösten vor allem aber den großen Freiheitsgrad in Z-Richtung. Weitere Pluspunkte sind die außerhalb des Arbeitsraumes verlagerte Laser-Vermessung für die Werkzeuge sowie der schnelle Werkzeugwechsel mittels Doppelgreifer. „Mit unserem einfachen wie genialen Doppelgreifer können Sie die Werkzeugwechselzeiten aus dem Magazin natürlich deutlich senken“, so dass sich die MP11 auch zur Serienfertigung gut einsetzen lässt, versichert Thomas Sjösten.

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